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Kundgebung mit Kurschus

Solidaritätskundgebung für Israel: „Antisemitismus auch unter Kirchenmitgliedern“

EKDAnnette KurschusAnnette Kurschus

Ein breites Bündnis hat mit der evangelischen Kirche zu einer bundesweiten Solidaritätskundgebung für Israel aufgerufen. Vor dem Brandenburger Tor in Berlin sagte EKD-Ratsvorsitzende Annette Kurschus am 22. Oktober, dass die evangelische Kirche an der Seite Israels stehe. Zugleich bekannte sie, dass Antisemitismus auch unter Kirchenmitgliedern ein Thema bleibe.

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Mehr als 20.000 Menschen sind am Sonntag (22. Oktober 2023) in Berlin gemeinsam unter dem Motto „Aufstehen gegen Terror, Hass und Antisemitismus – in Solidarität und Mitgefühl mit Israel” zu einer Solidaritätskundgebung zusammengekommen. Zur Veranstaltung aufgerufen hatte ein breites Bündnis aus Parteien, Verbänden, Religionsgemeinschaften und weiteren Organisationen. Neben Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und zahlreichen politischen Repräsentierenden sprach auch die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Annette Kurschus. An der Kundgebung nahmen zudem Angehörige von Geiseln teil, die Anfang Oktober von der Terrororganisation Hamas in den Gazastreifen verschleppt wurden.    

EKD: Bekenntnis zur Solidarität mit Jüdinnen und Juden

EKD-Ratsvorsitzende Annette Kurschus bezeichnete die Attacken auf Israel als gottlosen Massenmord und den derzeit steigenden Antisemitismus hierzulande als „Gotteslästerung“. Jeder Versuch, „das Massaker vom 7. Oktober zu relativieren, ist Antisemitismus“ und jedes „‚Ja, aber‘ verharmlost“, erklärte die Ratsvorsitzende. Kurschus: „Und es muss immer und immer wieder ausgesprochen sein: Wir sind solidarisch mit Israel. Wir sind solidarisch mit Euch, den Jüdinnen und Juden hier in Deutschland. Die evangelische Kirche steht an Eurer Seite.“

Kurschus: Antisemitismus grassiert auch in evangelischer Kirche

Gleichzeitig bekannte Kurschus, dass Antisemitismus auch aus der christlichen Geschichte erwachsen sei und nach wie vor keime: „Antisemiten sind auch unter unseren Kirchenmitgliedern“. Das sei „weder schicksalhaft noch gottgegeben“. Es sei nur nicht ernst genug genommen worden: Kurschus: „Es lässt sich verändern. Wir werden weiter dagegen arbeiten.“ Und weiter: „Gott ist ein Gott des Lebens, oder es ist nicht Gott. Das ist die Grundgewissheit des Glaubens, und zwar in allen Religionen. Wer diese Wahrheit verlässt – in Hass oder Verblendung – der öffnet das Tor zur Hölle.“

Bundespräsident Steinmeier: Fest an der Seite Israels

Zuvor hatte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bekannt, dass die Attacken der Hamas auf Israel, die Nachrichten und Bilder „auch uns hier in Deutschland zutiefst schmerzen“. Nach dem Überfall auf Israel werde für die Menschen dort und für alle Juden „nichts mehr sein wie zuvor“. Noch nie seit dem Ende der Schoah seien so viele Jüdinnen und Juden ermordet worden, erklärte sagte Steinmeier. Israel habe nun das Recht, „sich gegen diesen Terror zu verteidigen“. Dabei stehe Deutschland „fest an Israels Seite.“ Den Angehörigen der verschleppten Geiseln rief Steinmeier zu: „Wir Deutschen leiden, wir beten, wir flehen mit Euch.“ Gleichzeitig habe die Auseinandersetzung auch dramatische humanitäre Folgen für die Menschen im Gazastreifen, deren Interessen die Hamas lediglich zu vertreten vorgebe, so Steinmeier.

 

 

In der Konzentration auf das, was ist,
kann sich so etwas wie ein Raum öffnen,
ein Gewahrsam schärfen für die Gegenwart Gottes.

(Carsten Tag)

Carsten Tag

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von gettyimages / rusm

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